≡ Menu
Gründe für das Buch

Höher, schneller, weiter … die gegenwärtige Welt ist von Smartphones, Streamingdiensten und Social Media geprägt. Bücher gelten im Vergleich dazu fast schon als antiquiert. Dabei bietet das klassische, analoge Lesen von Büchern viele Vorteile für die Gesundheit und das menschliche Miteinander.

Das Hobby kann u. U. sogar lebensverlängernd wirken. In diesem Artikel geht es darum: Welche Gründe sprechen für das Wälzen von Büchern? Was passiert im Körper? Und was stellt das konzentrierte Schmökern mit dem Gehirn an?

Freizeitbeschäftigung: Lesen – was bewirken Bücher?

Lesen entführt in fremde Welten, ermöglicht eine Art Wirklichkeitsflucht und kann Körper und Geist positiv beeinflussen. Wie das gelingt, haben Wissenschaftler inzwischen untersucht. Denn das Gehirn ist ein Muskel. Wie jeder andere Muskel benötigt es regelmäßiges Training, um stark zu bleiben.

Nach der Schullektüre greifen die wenigsten Menschen regelmäßig oder gerne zum Buch. Mittlerweile ist bekannt, dass das Vorlesen im Kindesalter den Spaß am Lesen fördert. Aber die Realität ist für viele weitaus anziehender als ein dicker, schwerer Wälzer im Regal. Social Media, Smartphones, immer Up to date Sein und auf der Überholspur der aktuellen News – all garantiert Abwechslung im Alltagsgeschehen.

Im stressigen Alltag suchen Menschen ähnlich wie Drogensüchtige den „Dopamin-Kick“ der eigenen Timeline. Der schnelle Konsum sorgt für das Abschweifen – und beeinträchtigt die Aufmerksamkeitsspanne. Das erschwert den Griff zum vermeintlich öden Buch zusätzlich. Dabei liegen die Vorteile des Lesens auf der Hand. Warum lohnt es sich, das Smartphone zugunsten eines Schmökers weglegen zu können?

Gehirn auf Trab halten: Informationen unterscheiden und mehr

Wer liest, verändert die kleinen grauen Zellen. Darauf deuten Studien hin. Für das Gehirn bietet das tägliche Bücherlesen vielseitige Vorzüge. Dazu gehört auch, dass sich soziale Fähigkeiten verbessern können. Das liegt vorrangig an der linken Gehirnhälfte. Das Lesen stimuliert eben diesen Teil des Kopfes und verursacht dadurch „Kopfkino“. Die simulierten Schauplätze erscheinen lesenden Menschen wie eine Art Film im Kopf. Das gelingt vorwiegend durch Belletristik – d. h. erzählende Literatur.

Die Forschung weiß inzwischen, dass Lesen die Verknüpfungen ausbaut, die das Gehirn bei neuen Reizen bildet. Dadurch wirkt sich die Aktivität in erster Linie auf die Großhirnrinde aus. Die Verbindung zwischen dem Thalamus und der Sehrinde verstärkt sich ebenfalls. Auf diese Weise ist können Menschen bestimmte Kompetenzen durch regelmäßiges Schmökern trainieren.

Demnach kann das Filtern und Unterscheiden von unwichtigen und wichtigen Informationen leichterfallen. Lesen bietet mehr: Es kann beitragen, die Kreativität und emphatische Kompetenzen zu fördern. Kinder profitieren besonders vom Input – sowohl durch das Vorlesen als auch durch das eigenständige Schmökern.

Gesund lesen? Können Bücher Krankheiten vermeiden?

Für die Vorbeugung bestimmter Erkrankungen kann das Bücherlesen ebenfalls nützlich sein. Demnach hält der gewohnheitsmäßige Griff zur Lektüre regelrecht jung. Denn die geistige Aktivität kann den vorzeitigen, altersbedingten Abbauprozess des Gehirns hinauszögern. Es wird deshalb vermutet, Lesen stellt eine mögliche Prävention von Alzheimer und Demenz dar. Diese typischen Erkrankungen im Alter können sich u. U. durch das regelmäßige Bücherlesen vermeiden lassen. Allerdings spielen zur Entstehung der Krankheiten noch weitere Faktoren eine Rolle. Daher sollten Bücherwürmer sich besser nicht ausschließlich auf die Lektüre verlassen, um gesund zu bleiben.

Die Positiveffekte des vertieften Lesens kommen vor allem beim analogen statt digitalen Lesen zum Tragen. Beim Konsumieren von E-Books bzw. elektronischen Medien gelingt ein konzentrierter Leseprozess kaum. Romane sind ideale Mittel, da sie für eine längere Zeitspanne die Aufmerksamkeit erfordern. Warum ist das digitale Lesemedium mit einer schlechteren Konzentration verknüpft?

Die heutige Gesellschaft basiert vor allem auf den täglichen, mehrstündigen Computergebrauch. Seien es der Rechner am Arbeitsplatz oder das Smartphone. Menschen schauen zu einem Großteil ihres Lebens auf elektronische Displays. Dabei ist erforscht, dass soziale Medien der Aufmerksamkeit schaden können. Konzentriertes Lesen längerer Texte fällt deutlich schwerer, da Smartphones und die virtuelle Realität der „Feeds“ die User immerzu ablenken. Diese Fülle an Information schadet für gewöhnlich der Konzentrationsfähigkeit.

Leben verlängern mit Büchern – geht das wirklich?

Eine Studie fand heraus, dass sich tägliches Bücherlesen positiv auf die Lebenserwartung auswirken kann. Demnach helfe es, jeden Tag wenigstens 30 Minuten am Stück zum Buch zu greifen. Dadurch zeigte sich, dass diejenigen mit einer Vorliebe für das geschriebene Wort durchschnittlich zwei Jahre länger lebten verglichen mit Nichtlesern.

Die Forschung liefert Hinweise, dass das Lesen eines Buches für mindestens drei Stunden wöchentlich die Sterberate beeinflussen könnte: Die Rate war bei den Leseratten 23 Prozent geringer ausgeprägt, als bei denjenigen, die keine Bücher lasen. Woran liegt das?

Weniger Stress dank Bücher

Das Bücherlesen sorgt es für geistige Erholung. Denn die Lektüre führt dazu, die Fantasie zu nutzen und in fremde Welten abzutauchen. Auf diesem Wege kann sich der Geist entspannen, der ohnehin gerne abschweift und die täglichen Verpflichtungen des Alltags ausblenden möchte.

Zudem ermöglicht das Lesen den Stressabbau auf emotionaler Ebene, da es die eigene Perspektive erweitert. Dadurch können sich persönliche Sorgen ausgleichen. Die Folge: Lesende können die Welt mit anderen Augen wahrnehmen.

Wissen erweitern mit Büchern

Bücher sind ein ideales Medium, um unterhaltsam und nebenbei die Allgemeinbildung zu verbessern. Die Geschichten lassen Lesende ihren eigenen Horizont auf mehrere Arten erweitern: gefühlsmäßig durch die dargestellten Charaktere und sachlich durch die vermittelten Hintergründe. Bspw. können Bücherlesende durch das Lesen von historischen Romanen in die Vergangenheit eintauchen, ohne trockene Geschichtsbücher studieren zu müssen.

Der Sprachschatz wird durch das Lesen ebenfalls beiläufig ausgebaut. Dazu weiß die Forschung mittlerweile, dass eine neue Vokabel mehrfach wahrgenommen werden muss (d. h. siebenmal durch Hören oder Lesen). Erst durch die Wiederholung übernehmen Menschen dieses Wort in den eigenen, aktiven Wortschatz. Schmökern ermöglicht eine solche Erweiterung, um sich vielseitiger auszudrücken.

Gedächtnis stärken durch Lesen – gut kombiniert!

Der Wissensstand wächst, das Gehirn wird gestärkt und Stress gesenkt – gute Gründe, um öfter zu lesen. Daneben kann die regelmäßige Lektüre das eigene Erinnerungsvermögen stärken. Beim Lesen von Romanen, die verschiedene Charaktere, deren Hintergründe und Charaktermerkmale verknüpfen, ist der Kopf gefordert: All diese Einzelheiten wollen zum passenden Moment abgerufen, erinnert und miteinander kombiniert werden.

Wie ein Detektiv ist das Gehirn darauf aus, Rätsel zu lösen und Geheimnisse zu durchschauen. Da mit jeder frischen Erinnerung neue Verbindungen geschaffen werden, stärkt Lesen das Gedächtnis. Nicht nur die allgemeine Kompetenz, Begebenheiten zu erinnern und abzurufen, lässt sich auf diese Weise verbessern. Das Lesen kann außerdem die natürliche Kombinationsgabe und Problemlösungsfähigkeit stärken. Das beeinflusst daher das logische Denkvermögen und die analytischen Fähigkeiten.

Fazit: leistungsfähig, empathisch, jung und gesund – durch Bücher?

Natürlich stellen Bücher kein Allheilmittel für die Unsterblichkeit dar. Sie bieten jedoch allerhand Vorzüge, um das eigene Wohlbefinden und die mentale Fitness zu stärken. Hier finden sich alle Gründe übersichtlich zusammengefasst, die für das Lesen von Büchern sprechen:

  • Lesen kann ggf. Altersdemenz verzögern
  • Lesen entspannt und kann den Stressabbau fördern
  • Lesen fördert das analytische Denkvermögen
  • Lesen hilft, Informationen zwischen wichtig und unwichtig zu unterscheiden
  • Lesen bildet allgemein weiter
  • Lesen erweitert den Horizont (Wortschatz, Perspektive, Empathie)
  • Lesen kann das Sprachempfinden verbessern
  • Lesen kann das Erinnerungsvermögen stärken
  • Lesen regt die Fantasie an und gilt als kreativitätfördernd
  • Lesen kann die Aufmerksamkeit und das Konzentrationsvermögen verbessern
  • Lesen kann u. U. ein längeres Leben fördern
{ 0 comments… add one }

Leave a Comment