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Trockene Haut im Winter

Die Temperaturen sinken und die Haut leidet. Viele Menschen bemerken hauptsächlich im Winter eine trockenere Haut als im Sommer. Woran liegt das? Woher wissen Betroffene, dass die Epidermis mehr Pflege benötigt als sonst? Dieser Artikel geht darauf ein, wie sich juckende und schuppende Hautareale besser unterstützen lassen.

Hautpflege im Winter – der Kampf gegen spröde Haut

Sobald die Heizungssaison anfängt, ist die Luft sowohl drinnen wie draußen trockener. Knackig kalte Außentemperaturen führen zu einer schlechteren Durchblutung, da sich Gefäße zusammenziehen. Zugleich sorgt die behagliche Heizungsluft für das Austrocknen der empfindlicheren Hautpartien und Schleimhäute.

Aus Furcht vor Infektionen waschen sich viele Menschen verstärkt die Hände mit Seife oder nutzen ausgiebige Vollbäder. Diese Gewohnheiten sorgen jedoch für eine noch stärker belastete Haut. Woher kommt das? Dazu ist es hilfreich, den allgemeinen Hautaufbau zu kennen.

Die Funktion der Haut – so schützt sie!

Die Haut setzt sich aus drei Schichten zusammen. Während sich oberflächlich die Oberhaut befindet, liegen darunter die sog. Lederhaut und die Unterhaut. Äußere Umweltfaktoren, wie Wind und Wasser, treffen zuerst auf die oberste Hautschicht. Diese sorgt dafür, dass die belastenden Einflüsse nicht ins tiefere Gewebe dringen können.

Die Lederhaut beinhaltet vor allem die Blutgefäße und Nerven, aber ebenso die Talgdrüsen. Letztere produzieren den sog. Säureschutzmantel. Der enthält vorrangig Fett und verhindert das Austrocknen. Die Unterhaut besteht aus dem Bindegewebe, das für eine straffe Körperlinie sorgen kann. Das Fettdepot ist hier ebenfalls aufzufinden.

Um die Hautoberfläche im Winter optimal zu schützen und pflegen, kommt es auf die Ober- und Lederhaut an. Wenn die Talgdrüsen angemessen funktionieren, kann die Haut ihrer Schutzfunktion hundertprozentig nachkommen. Um zu verhindern, dass Feuchtigkeit verloren geht, braucht es demnach ausreichend Fett.

Die Herstellung von Talg ist in den jeweiligen Hautdrüsen wesentlich, damit die Oberhaut nicht juckt, reißt oder Schuppen ausbildet. Dabei haben ältere Personen oft darunter zu leiden. Denn die Talgdrüsen produzieren mit der Zeit weniger Fett, das die Feuchtigkeit bewahrt. Dadurch erscheint die Hautoberfläche dünner und zunehmend pergamentartig. Beginnt die Haut zu jucken oder bildet sich ein schuppiger, schlimmstenfalls nässender Ausschlag, spricht die Medizin von einem behandlungsbedürftigen Ekzem.

Anzeichen trockener Haut – wann fehlt Feuchtigkeit?

Für die oberste Hautschicht ist der Schutzmantel essenziell. Versagt diese Barriere, können Risse in der Oberfläche entstehen. Viele Leidtragende berichten in der kalten Zeit des Jahres von juckenden Hautstellen. Dabei kann sich die betroffene Stelle zusätzlich schuppen. In schlimmen und akuten Fällen von Trockenheit können sich außerdem nässende Ekzeme bilden (vergleichbar mit Neurodermitis, einer Hautkrankheit).

Bereits vor dem Auftreten von Juckreiz können empfindliche Personen den Feuchtigkeitsverlust an sich bemerken. Das tritt vorwiegend nach dem Kontakt mit Seife und Wasser auf (allg. Reinigungsprodukte, Desinfektionsmittel, auch durch heißes Baden/Duschen). Dann kann sich der Vorgang der Entfettung durch Spannungsgefühle entlang der obersten Hautschicht bemerkbar machen. Eine erhöhte Faltenbildung kann u. U. ebenfalls auf ein Feuchtigkeitsproblem hindeuten. Im Zweifelsfall können Dermatologen das Problem diagnostizieren.

Tipps für eine entspannte Haut im Winter

Eine geschmeidige Hautoberfläche, die weder spannt noch juckt, muss kein Hexenwerk sein. Es existieren viele hilfreiche Produkte, um gelassen und gesund durch die dunklere Zeit des Jahres zu kommen. Für die Haut können die folgenden Pflegehinweise helfen.

Hautpflegetipp 1: Handschuhe nutzen

Beim Putzen gebrauchen die meisten Menschen verschiedene Reinigungsprodukte: Glasreiniger, Badreiniger, Toilettenreiniger, Scheuermilch, Geschirrspülmittel u. v. m. sind gängige Putzmittel in Haushalten. Während des Winters kommen häufiger Desinfektionsmittel hinzu, um das Risiko von Infektionen zu verringern. Durch die oft aggressiven Inhaltsstoffe leidet ggf. die Haut an den Händen.

Trockenheitsgefühle, juckende Stellen, brüchige und splitternde Nägel oder Ausschlag treten nicht selten nach ausgiebigen Putzaktionen auf. Um die Haut beim Putzen besser zu schützen, eignen sich Putzhandschuhe. Sie bieten eine solide Barriere aus Gummi, sodass die Feuchtigkeit und der Talg auf und in der Hautschicht enthalten bleiben.

Hautpflegetipp 2: Schaumbäder hautfreundlich nutzen

Viele Menschen vertrauen darauf, Entspannung durch ein ausgedehntes Wannenbad herzustellen. Dabei wirken sich die Schaumbäder in Kombination mit heißen Wassertemperaturen und dem Seifenanteil überwiegend negativ auf die Hautoberfläche aus. Dauern die Vollbäder länger als eine Viertelstunde an, entziehen sie der Haut wertvolle Feuchtigkeit.

Wer trotz dem verstärkten Austrocknen nicht auf das Bad verzichten möchte, kann auf Badeöle zurückgreifen, die rückfettende Eigenschaften beinhalten. Das schont den Säureschutzmantel der Haut und kann die Hautoberfläche pflegen.

Hautpflegetipp 3: Ernährung beachten

Obwohl die Haut vorrangig oberflächlich austrocknet, lohnt sich der Blick auf die Nahrungsaufnahme. Denn der Säureschutzmantel und die Funktion der Talgdrüsen, Nerven und Adern können von einer ausgewogenen Ernährung profitieren. Das lässt sich oft äußerlich an der Haut erkennen. Was rentiert sich auf dem Teller?

  • Obst und Gemüse liefert viele schützende Vitamine
  • Nüsse sind reich an wertvollen B-Vitaminen und Mineralien; sind gut für Haut und Haar
  • Pflanzenöle sind reich an gesunden Omega-3-Fettsäuren
  • Fisch liefert ebenso wie pflanzliches Öl mehr gesunde Fettsäuren
  • viel trinken unterstützt die Hautfunktion; am besten Kräutertees oder Wasser

Hautpflegetipp 4: passende Produkte verwenden

Für die Haut können all die bisherigen Tipps u. U. nicht ausreichen. Trockene und bitterkalte Luft kann ihr weiterhin zusetzen. Damit sie dennoch geschmeidig und optimal versorgt bleibt, helfen ggf. spezielle Pflegeprodukte. Was bietet sich im Winter an?

Grundsätzlich gelten Cremes als empfehlenswerter, deren Liste an Inhaltsstoffen möglichst kurz ausfällt. Farbzusätze, Alkohol oder aromatische Duftstoffe können den Artikel zwar attraktiver für die Anwendung machen. Sie bringen der Haut aber keinen eigenen Nutzen. Viel schlimmer: Unter gewissen Voraussetzungen reizen sie die Hautoberfläche zusätzlich.

Paraffin und Mineralöle sollten ebenfalls vermieden werden. Sie sorgen zwar für eine längere Haltbarkeit des jeweiligen Produkts. Aber auf die Haut wirken sie lediglich auf kurze Sicht förderlich. Langfristig trocken sie die Oberfläche vielmehr aus. Das Problem besteht also weiter.

Für die Wintersaison gelten fetthaltige Pflegeprodukte als empfehlenswert. Dabei ist Natürlichkeit zunehmend und aus gutem Grund gefragt: Sheabutter, Mandelöl, Aloe Vera oder Jojobaöl sind beliebte und verträgliche Ingredienzien. Betroffene mit einer trockenen Hautoberfläche können zudem von Urea (Harnstoff) profitieren. Dieser Bestandteil ist in Fettcremes zu finden. Er sorgt für mehr Feuchtigkeit in der Oberhaut. Zusätzlich verfügen die nachstehenden Inhaltsstoffe über rückfettende Merkmale:

  • Vitamin E
  • Pantothensäure
  • Panthenol

Fazit – Hautpflege im Winter

Trockene Haut spielt in der kalten Saison eine große Rolle. Viele Leidtragende berichten über juckende, angespannte, schuppende, rissige oder nässende Haut. Die Hände, Ellenbogen und das Gesicht können hierbei besonders betroffen sein. Wer schon vor der Winterzeit einige Pflegeempfehlungen beherzigt, kann die eigene Schutzbarriere stärken.

Die Ernährung, Pflegeprodukte und der angemessene Umgang mit Wasser, Seife und reizenden Stoffen können beitragen, die Haut feucht zu halten. Und wenn alles nichts hilft, können Kosmetiker oder Dermatologen bei der winterlichen Hautpflege unterstützen.

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